Naturschutz

Wahrung und Erhaltung

Naturschutzflächen

Ein Schwerpunkt der Stiftungsarbeit besteht im Ankauf und der Wiederherstellung von Naturschutzflächen, um die Vielfalt und Schönheit der Natur zu bewahren. Die wieder hergestellten naturnahen Wiesen, Hecken und Wälder haben inzwischen schon zur Rückkehr verschwundener Arten geführt. Der Mensch macht nämlich den Fehler die Pflanzen in der Natur in Nutzpflanzen und Unkraut nach seinen Interessen zu unterteilen. Diese Unterscheidung kennt die Natur nicht. Durch Beseitigung dieser Wildkräuter vernichtet der Mensch aber die Nahrungsquelle und Existenzgrundlage vieler Insekten und anderer Lebewesen. Dadurch wurden natürliche Kreisläufe in der Natur vernichtet. Dem begegnet die Stiftung mit ihren nachhaltigen Projekten.

Diese naturnah wieder hergestellten Flächen dienen auch der Ausbildung von Rangern und Waldpädagogen als Anschauungsobjekte für ihre Arbeit gegen die stattfindende Verstädterung der Bevölkerung. Auch Schulklassen in der Umgebung kann auf diese Weise nach Absprache ein attraktives Angebot für einen naturnahen Biologie Unterricht gemacht werden.

Das effizienteste Instrument zur Erreichung der Naturschutzziele der Stiftung Altes Forsthaus Rehsiepen ist der Grunderwerb von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken. So wurden in den letzten Jahren aus Stiftungsmitteln bereits 50 ha Wald- und Grünlandflächen im unmittelbaren Umfeld des Alten Forsthaus Rehsiepen und in weiteren Regionen im Hochsauerlandkreis erworben.

Alle Flächen liegen in Natur- und Landschaftsschutzgebieten oder in Europäischen Schutzgebieten des Netzes Natura 2000, den Vogelschutz- und FFH-Gebieten. Bei der Auswahl der Ankaufflächen wird von der Stiftung Altes Forsthaus besonders darauf geachtet, dass räumlich zusammenhängende Bereiche erworben werden können.

Ziel des Grunderwerbs ist die dauerhafte Sicherung der Flächen, die Umsetzung erforderlicher Pflegemaßnahmen sowie die Festschreibung einer extensiven land- und forstwirtschaftlichen Nutzung zur Schaffung von artenreichen, naturnahen Lebensräumen als Nahrungs- und Brutbiotop der hier lebenden Vögel, Säugetiere und Insekten.

Dafür werden zerstörte Waldflächen mit standortgerechten Laubhölzern wieder aufgeforstet, Grünlandflächen extensiv, d.h. ohne Einsatz von Düngern bewirtschaftet und in der Landschaft fehlende Strukturelemente wie Hecken, Feldgehölze und Brachstreifen angelegt. Besonders wird auf eine insektenschonende Bewirtschaftung der Wiesen geachtet, indem die Flächen erst spät im Jahr und mit einem modernen Doppelbalkenmähgerät abgeerntet werden. Durch den Einsatz dieser Spezialmaschine kann ein Großteil der wiesenbewohnenden Insekten den Ernteschnitt überleben.

Im Stadtgebiet von Schmallenberg, Hallenberg und Winterberg konnten bereits folgende Biotopkomplexe erworben werden: 

erworbene Biotopkomplexe

Einige Bilder sind eine Diashow und können mit den Pfeiltasten durchgeklickt werden.

Feuchtwiesenkomplex Rehsiepen 

Bei den Feuchtwiesen im Nahbereich des Alten Forsthauses Rehsiepen handelt es sich um besonders artenreiche Feuchtwiesen mit Orchideenvorkommen. Die Flächen werden ohne Düngereinsatz nur einmal im Jahr spät gemäht. Das geerntete Heu übernimmt ein benachbarter Landwirt. 

Magerweidekomplex bei Braunshausen

Die ursprünglich auf diesen Flächen vorhandenen, nicht standortgerechten Nadelbäume wurde abgeerntet und die Flächen anschließend als Magergrünland entwickelt. Dafür mussten Holzreste und Äste von der Fläche geräumt, die Wurzelstümpfe gemulcht und so eingeebnet werden. Zur gewünschten Grünlandentwicklung wurde artenreiches Heu aus der Nachbarschaft als Mulch auf die Oberfläche aufgebracht. So kann der im Heu vorhandene Samen der Blütenpflanzen und Gräser auf den vorbereiteten Boden fallen und keimen. Zusätzlich wurde im Auftrag der Stiftung gewonnenes Saatgut von Spenderflächen eingesät.

Randlich stehengebliebene trockene Fichten wurde gefällt und liegengelassen. Zwischen die Holzreste konnten dann typische Heckengehölze der Medebacher Bucht eingebracht werden, damit hier zukünftig Hecken als Brutbiotope der besonders geschützten heckenbrütenden Vogelarten entstehen können.

Der Flächenkomplex wurde komplett eingezäunt und kann mit Rindern eines ortsansässigen Landwirts beweidet werden. Die extensiv beweideten Flächen bieten so mit ihren vielen Insektenarten ein wichtiges Nahrungsbiotop für Brutvögel.

Der 2,3 ha große, durch Käferbefall abgestorbene Fichtenbestand (Lagebezeichnung "Lehmkaule") bei Braunshausen wurde Anfang 2021 zum größten Teil gefällt. Nur die Randbäume wurden als Wind- und Sonnenschutz stehengelassen und werden später als Wall niedergelegt.

Bild 2: Die gerodete Fläche (Lehmkaule) wurde sofort nach dem Fräsen mit G4 Saatgut für Grünland und zusätzlich mit Saatgut von biologisch bewirtschaftetem Grünland eingesät, um die Ansprüche der Biodiversität zu erfüllen.

Bild 3: Die begrünte Fläche der "Lehmkaule", die unmittelbar an die 1,5 ha große, bereits 2017 gekaufte Fläche "Am Platze" (hinter den noch stehenden Fichten) grenzt.

Umwandlung (Begrünung) der Lehmkaule

Die Umwandlung der "Lehmkaule" hat Forstamtmann Jürgen Reinecke mit der Kamera verfolgt.

Mähwiesenkomplex Dreisbachtal bei Hallenberg 

Ein größerer Flächenkomplex konnte in Dreisbach erworben werden. Das Gelände ist an einen ortsansässigen Landwirt verpachtet, der durch die Bewirtschaftung (spätes Mähen, stark reduzierte Düngung) besonders artenreiche Mähwiesen entwickeln soll.

Im durch Feuchtwiesen geprägten Talraum des Dreisbachs werden die vorhandenen Heckenstrukturen gepflegt und die Grünlandflächen zukünftig mit geeigneten Rindern extensiv beweidet.

In diesen arrondierten, landwirtschaftlich genutzten Flächen liegen mehrere Hektar Waldfläche, die nach Beseitigung der abgestorbenen Nadelbäume mit Laubholzgehölzen wieder aufgeforstet werden. Dabei wird besonders darauf geachtet, schon vorhandene Waldränder zu optimieren und baumfreie Schneisen anzulegen, damit sich hier ein störungsfreies optimales Biotop für die im Landschaftsraum vorhandene Wildkatze entwickeln kann. 

Bergheidekomplex Hilmesberg bei Hesborn

Erwerb Galgenberg 

Die 2021 erworbene Fläche am "Galgenberg" bei Hesborn war ursprünglich mit Fichten bepflanzt. Später wurde die Fläche zu einem Drittel mit Buchen bepflanzt. Der Rest ist eine Magerwiese, bestanden mit Hungerblümchen, Kleinem Sauerampfer und anderen, Trockenheit liebenden Pflanzen. 

Da die freie Fläche ungeschützt dem Wind und der Sonne ausgesetzt ist, soll eine zu pflanzende Hecke als Windbrecher dienen. Im Windschutz der Buchen sollen auf ca. einem Drittel der Wiesenfläche vom Kreis bezahlte Obstbäume gepflanzt werden.


Erwerb Hilmesberg

Im Herbst 2021 erwarb die Stiftung bei Hesborn ein 2,4 ha großes, unter Naturschutz stehendes Heidegebiet, Lagebezeichnung Knappsaal, bewachsen mit Heidekraut, Wald- und Preiselbeeren sowie Maiglöckchen.

Innerhalb der regional bekannten Bergheide des Hilmesbergs konnte eine 2 ha große, landschaftlich besonders interessante Heidefläche erworben werden. Die Heide zeichnet sich durch einen flächendeckenden Bewuchs aus Zwergstraucharten wie Besenheide, Preisel- und Blaubeere sowie eingestreuten, punktuellen Vorkommen von seltenen Moos- und Flechtenarten aus.

Problematisch ist in der Heide ein enormes Aufkommen von Ginster, Brombeeren und Birken, die nur durch regelmäßiges manuelles Zurückschneiden reduziert werden können. Im Auftrag der Stiftung Altes Forsthaus wird die Heidefläche mit Ziegen beweidet. Dafür wurde eine mobile, steckbare Weidezaunanlage angeschafft, die regelmäßig abschnittweise umgesteckt werden muss, damit alle Bereiche der Heide beweidet werden können.

Weitere Pflegemaßnahmen wie Heideplaggen (Abschieben von Humus – und Streuauflage) sollen in absehbarer Zeit durchgeführt werden. Dadurch kann ein geeignetes Keimbett für Saatgut der Zwergsträucher entstehen und sich die Bergheide so natürlich verjüngen und weiterentwickeln. 

Das Grundstück "In der Bäche", gelegen an der Grenze von Züschen und Hallenberg, wurde von den Fichten befreit. Die Laubbäume blieben erhalten, und die freien Flächen wurden zur Begrünung mit Mahdgut aus extensiver Landwirtschaft belegt.

Talwiesenkomplex im Nuhnetal bei Züschen 

Im Talraum des Naturschutzgebiets Nuhnetal konnten mehrere zusammenhängende Parzellen angekauft werden. Nach Beseitigung nicht standortgerechter Nadelbäume auf einer Teilfläche und der Einzäunung mit einem festen Weidezaun konnte so ein Weidekomplex mit artenreichen Feuchtweiden, Magerweiden und Hochstaudenfluren entwickelt werden. Die Beweidung mit Rindern erfolgt extensiv durch einen ortsansässigen Landwirt.  

Die aufwendigen Phasen der Umwandlung der Talwiese "In der Bäche" in Bildern:

Neuastenberg, Bergwiese Am Zwistkopf

In Neuastenberg "Am Zwistkopf" wurden bislang 3 ha Bergwiesen erworben, die extensiv bewirtschaftet werden.